Vom Konklave bis zum neuen Papst

Kleine fotografische Reise vom Konklave bis zur Amtseinführung von Papst Franziskus:

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Habemus papam

Ein bewegender Moment und ein Geschichte kann ich auch dazu erzählen 😛 Aber nicht mehr heute. Erstmal muss noch gearbeitet werden und dann ganz schnell ins Bett. Aber glaubt mir, die Geschichte ist so blöd, dass es sich fast wieder lohnt.

Fumata bianca o nera?

Der erste Wahlgang müsste vorbei sein, so ganz genau wissen wir es ja nicht. Der Fernseher in der Redaktion ist an und wir warten auf den weißen Rauch. Die ersten Minuten schaut man noch gebannt drauf und dann kehrt man zu seiner Arbeit zurück. Kommt er heute überhaupt?

Und bis er kommt sitze ich weiter über ein Plakat mit Bildern der Elettori, also den wahlberechtigten Kardinälen, und darf für die Live-Sendung die wichtigste Daten zusammentragen. Denn man sollte in der Live-Sendung doch wenigstens etwas zum neuen Papst sagen können 😉

Gekommen ist auf jeden Fall der Bayerische Rundfunk und hat uns über die Schulter geschaut. Büroarbeiten sind spannend 😉 Nun ja, man kann auch nicht den ganzen Tag den Schornstein zeigen. Teilweise wird es dann auch etwas langweilig, habe ich mir gestern auf dem Petersplatz so gedacht. Man steht rum, unterhält sich, spinnt Theorien und starrt auf den Bildschirm. Da es Abends noch zu dunkel ist, um den Schornstein richtig zu sehen, muss man mit den Bildschirmen auf dem Petersplatz vorlieb nehmen. Und dann kam er. Pechschwarzer Rauch und die Spannung auf dem Petersplatz hat sich entladen. Wie als hätten alle stundenlang die Luft angehalten, entwich der Atem, als endlich das Ergebnis kam. Bestimmt fünf Minuten quoll der schwarze Rauch aus dem kleinen unscheinbaren Schornstein und man fragte sich: Haben die Kardinäle sich jetzt auch selber eingeräuchert? Und dann war alles vorbei. Die Menschen, die trotz des schlechten Wetters ausgeharrt haben, strömten in alle Richtungen. Nur die Pressemeute blieb auf dem Platz, um noch die letzten Pilger abzufangen oder um noch einige Aufsager einzusprechen. Wann kommt er denn nun – der weiße Rauch?

Lateinische Vielfalt

Just in diesem Moment stehen die Kardinäle in der Sixtinischen Kapelle und sprechen ihren Eid:

Ich, N. N., verspreche und schwöre absolute Geheimhaltung gegenüber allen, die nicht zum Kollegium der wahlberechtigten Kardinäle gehören, und zwar auf ewig, (…) Ich verspreche und schwöre überdies, dass ich keinerlei Aufnahmegeräte benütze, sei es zur Registrierung von Stimmen oder von Bildern während der Zeit der Wahl innerhalb des Bereiches der Vatikanstadt, und insbesondere von dem, was direkt oder indirekt irgendwie mit den Wahlhandlungen selber zusammenhängt…” (UDG 43).

Natürlich lesen sie den Text auf Latein und halten währenddessen eine Hand auf ein Evangelium, das in der Mitte der Sixtina steht. Amüsant zu hören, wie unterschiedlich eine Sprache klingen kann. Was würden wohl die Münchner Studenten dazu sagen? Machen die Kardinäle das überhaupt richtig? Die deutschen Kardinäle konnte man, ohne hinzuschauen, sehr deutlich erkennen. Und bei den Amerikanern klingt es einfach wie englisch 😉

ABER: Seit zehn Minuten treten nun schon die Kardinäle nacheinander nach vorne und sie sind noch nicht einmal bei der Hälfte. Das Konklave ist eine gute Gedulds-Übung 😉 Ich übe mich mal in Geduld 🙂 Außerdem ist es schön anzuschauen, die Kulisse und die ganze Atmosphäre.

Die geheimnisvollste Wahl beginnt

Während im Petersdom das Konklave mit der Messe „pro eligendo romano pontifice“ beginnt, öffnet sich über Rom der Himmel. Ist das etwa ein  Zeichen für das Konklave? Erinnert ein wenig an den Blitzschlag, den der Petersdom vor einem Monat bei Papst Benedikts XVI. Rücktritt getroffen hat. Es wird sicher Verschwörungstheoretiker geben, die etwas hineininterpretieren können 😀

Die Redaktion steht nun in den Startlöchern. Die Live Übertragung ist vorbei und die Fürbitte ist auch gehalten. Wir sind bereit, wenn die Kardinäle heute Mittag in die Sixtinische Kapelle einziehen. Und dann heißt es mal wieder, warten auf Fumata bianca. Aber bis dahin ist noch genug zu tun.

Wer wissen will, was hinter den Mauern passiert, kann ja folgenden Link klicken 😉

http://de.radiovaticana.va/news/2013/03/10/die_geheimnisvollste_wahl_-_das_konklave/ted-671958

Zweimal Warten zu Ende

Die erste Warteperiode hat ein Ende. Die erste Gerüchteküche hat ein Ende. Am Dienstag fangen die Kardinäle an zu wählen. Bis dahin wird in der Redaktion alles für den Tag X vorbereitet. Die Live-Technik wird gesichtet. Konzepte und Beitragsthemen werden überlegt. Profile über mögliche Kardinäle müssen verfasst werden. Beiträge müssen erstellt werden, um die Live-Sendung vorzubereiten. Wie der gesamte Vatikan eben. In der Casa Santa Marta werden seit heute die Zimmer der 115 wahlberechtigten Kardinäle hergerichtet. Am Montag Abend werden die Wähler und der zukünftige Papst in das vatikanische Gästehaus hinter dem Petersdom einziehen. Ohne Internet, ohne Zeitung, ohne Kontakt zur Außenwelt. Interessante Frage wäre, wieviel Verzicht das für einige wohl wäre 😉 Wer sich über das Konklave noch näher informieren will, dem empfehle ich die Radio Vatikan Sendung am Sonntag im 20:20 Uhr. Da werden hoffentlich alle Fragen geklärt.

Ich persönlich bin seit heute noch viel motivierter, für das was kommt. Nicht nur weil endlich feststeht, wann die unser neuer Papst gewählt wird. Sondern weil ich heute zum ersten mal vor das Mikro durfte. Um halb 2, also noch 1 1/2 Stunden vor der Sendung, steht mein Chef neben meinem Schreibtisch und fragt: „Hast du in 5 Minuten mal Zeit zum sprechen?“ Mein erster Gedanke: Oh Gott, was habe ich angestellt? Was mir auch nach einem, „klar habe ich“, dann auch rausgerutscht ist. Zum Glück hatte ich nichts angestellt, sondern sollte einfach nur die Nachrichten lesen. Das kam irgendwie viel zu plötzlich, um mich darüber zu freuen. Aber Spaß hat es gemacht, wieder am Mikrofon zu sitzen und der Welt etwas zu erzählen. Und ihr wisst ja, wie gerne ich erzähle 😀 Also haben sich heute gleich zwei Wartezustände aufgelöst. Ein toller Tag!! Jetzt muss ich nur noch meine Sprechübungen wieder aus dem Gedächtnis abrufen, damit die Stimme beim nächsten mal besser klingt. Außerdem muss ich üben langsamer und deutlicher zu sprechen. Schwierig, aber die verschluckten Wortenden kommen im Radio leider nicht so gut rüber.  Aber wie das Italienische, werde ich das auch angehen 🙂

Busse und Bahnen. Busse und Bahnen. Busse und Bahnen. Busse und Bahnen. 😀

P.S. Nur für die, die es nicht wissen. Das war eine Sprachübung fürs deutlich sprechen.

Warten

Und immer noch harren wir vor dem Fernseher in der Redaktion aus. Jeden Tag pünktlich um 13 Uhr und warten auf Lombardis erlösenden Worte. Das Konklave wird am… beginnen. Aber nein, wir dürfen weiter rätseln, spekulieren, Thesen aufstellen und weitere Berichte über mögliche Papabile lesen. Haben sich die Kardinäle etwa die dolce far niente zu Eigen gemacht? Verständlich wäre es ja 😉 Nein, haben sie natürlich nicht. Während die Sixtinische Kapelle für das Ereignis präpariert wird, das heißt die zwei Öfen aufgestellt wurden und der Boden geebnet wurde, haben die Kardinäle über den Zustand der Kirche gesprochen. Wie steht die Kirche in der Welt dar, wie schaut es mit den Finanzen aus oder was macht die Vatileaks-Affäre. Und das wichtigste Thema überhaupt: Was erwarten wir von unserem zukünftigen Oberhaupt der Kirche?

Der deutsche Kardinal Cordes hofft auf jeden Fall, dass alles schnell vorbei geht. Er vergleicht, in einem Interview mit der Bild, das Konklave sogar mit einem Zahnarztbesuch. Ob er sich damit wohl ein Gefallen getan hat? Natürlich ruft diese Sprachentgleisung ein Schmunzeln hervor, aber eine Entgleisung ist es doch irgendwie. Gerne würde man unter den deutschen Kardinälen Mäuschen spielen und die Reaktionen erfahren. Radio Vatikan hätte es wahrscheinlich rausgeschnitten und ihm sicher einige unangenehme Fragen erspart. Wäre das nicht ein Grund auch uns mal ein Interview zu geben? Nein, anscheinend nicht. Denn seit Tagen versuchen wir Kardinäle vor das Mikro zu bekommen, aber irgendwie wollen die nicht. Typisch deutsch. Gibt es eine Vorschrift, an die man sich halten könnte, wird es auch getan.

Happy Birthday Mario!

Happy Birthday Mario!

Währenddessen feiern wir in der Redaktion Geburtstag eines Kollegen mit einer RIESIGEN Papst-Radio-Torte. Der Zuckerschock war vorprogammiert, aber es hat sich gelohnt 🙂  Übrigens möchte ich euch noch ein kleines Schmankerl aus dem Blog meines Chef ans Herz legen. Wirklich grandios:

http://blog.radiovatikan.de/wir-bauen-ein-klischee-und-das-geht-so/

P.S. Wenn ihr besondere Aspekte habt, die euch besonders interessieren, sagt doch Bescheid. Ich schaue dann, was ich tun kann.